Das motto Was folgt, steht immer in Beziehung zu dem, was vorher geschah
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MOTTO

Τὰ ἑξῆς ἀεὶ τοῖς προηγησαμένοις οἰκείως ἐπιγίνεται
Was folgt, steht immer in Beziehung zu dem, was vorher geschah.”
Marcus Aurelius, römischer Kaiser und Philosoph (121 - 180 n. Chr.)

Dieses Zitat ist heute das Motto des Gallo-Römischen Museums. Wir haben es ganz bewusst gewählt. Eine Gesellschaft funktioniert nämlich nie rein zufällig. Es gibt Gründe, warum eine Kultur so ist, wie sie ist, warum Menschen sich auf eine bestimmte Weise verhalten und sind, wer sie sind. All das entdecken Sie in diesem Museum.

Marcus Aurelius wurde 121 n. Chr. geboren. Er war der Adoptivsohn des Kaisers Antoninus Pius. Nach dem Tod seines Stiefvaters im Jahr 161 n. Chr. wurde er Kaiser. Er lebte in einer Zeit, in der das Römische Reich in Bedrängnis geriet und in den Grenzgebieten regelmäßig mit Einfällen feindlicher Stämme konfrontiert wurde. Während seiner Regierungszeit zogen beispielsweise zwei germanische Stämme – die Markomannen und die Quaden – über die Alpen und fielen in Italien ein. Marcus Aurelius musste regelmäßig Maßnahmen ergreifen. Zwischen 170 und 180 n. Chr. hielt er sich deshalb in den römischen Lagern an der Donau auf und schrieb dort in seinem Zelt ein Buch, in dem er einige voneinander unabhängige Gedanken entwickelte. Es erhielt den griechischen Titel Τὰ εἰς ἑαυτόν („An sich selbst”). Das Werk erweckte erst im 19. Jahrhundert wieder die Aufmerksamkeit der Gelehrten und wurde inzwischen mehrmals übersetzt. Es gilt weltweit als literarisches Monument.

Das Buch spiegelt gleichzeitig den Gemütszustand des Kaisers und den Zustand des Römischen Reichs im Allgemeinen wider. Nach einer langen Zeit beständiger Erweiterung ihres Reichs wurden die Römer nun mit einem steigenden Druck auf ihre Reichsgrenzen konfrontiert. Der Kaiser selbst fand Trost in der Lehre der Stoiker und formulierte seine Ideale und Zweifel. Dass er seine Gedanken auf Griechisch, der Sprache der gebildeten Römer, verfasste, ist kaum verwunderlich.

Viele halten den Kaiser und Philosophen Marcus Aurelius für das Musterbeispiel eines gerechten und menschlichen Herrschers. Er starb 180 n. Chr.